Machsches Prinzip
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Das so genannte Machsche Prinzip, obwohl schon “uralt”, wird sogar heute noch gelegentlich diskutiert. Ohne Erfolg allerdings. Irgendwie war man bisher nicht in der Lage, jene �berlegungen wirklich mit Leben zu erf�llen. F�r Einstein jedenfalls hatten jene Gedanken einen gewissen heuristischen Wert. Doch das allgemeine Relativit�tsprinzip wird dem Machschen Prinzip keineswegs gerecht.

Ernst Mach

Statt nun einen bewegten K�rper auf den Raum (auf ein Koordinatensystem) zu beziehen, wollen wir direkt sein Verhalten zu den K�rpern des Weltraumes betrachten, durch welches jenes Koordinatensystem allein bestimmt werden kann. (...) Die eben angestellten Betrachtungen zeigen, dass wir nicht n�tig haben, das Tr�gheitsgesetz auf einen besonderen absoluten Raum zu beziehen. Vielmehr erkennen wir, dass sowohl jene Massen, welche nach der gew�hnlichen Ausdrucksweise Kr�fte aufeinander aus�ben, als auch jene, welche keine aus�ben, zueinander in gleichartigen Beschleunigungsbeziehungen stehen, und zwar kann man alle Massen als untereinander in Beziehung bestehend betrachten... Wenngleich auch ich erwarte, dass astronomische Beobachtungen zun�chst nur sehr unscheinbare Korrektionen notwendig machen werden, so halte ich es doch f�r m�glich, dass der Tr�gheitssatz in seiner einfachen Newtonschen Form f�r uns Menschen nur �rtliche und zeitliche Bedeutung hat. - Ernst Mach


Ernst Mach
1838-1916

 

Ernst Mach

21.08.2001

Ernst Mach - Physiker, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker.

Wenn man sich mit Einsteins Biografie besch�ftigt, und sei es auch nur oberfl�chlich, so st��t man unweigerlich auf einen bedeutenden �sterreichischen Physiker des 19. Jahrhunderts. Die Rede ist von Ernst Mach (1838-1916).

Der Physiker und Philosoph Ernst Mach befasste sich Ende des 19. Jahrhundert neben anderem auch mit der kritischen Analyse der Grundlagen der Mechanik. Eines seiner wichtigsten Werke ist Die Mechanik in ihrer Entwicklung - historisch kritisch dargestellt (erste Auflage 1883), welches eine Untersuchung des damaligen Kenntnisstandes der Mechanik beinhaltete. Mach selbst ist dem breiten Publikum heute vielleicht weniger bekannt. M�glicherweise verbindet der eine oder andere mit diesem Namen die sogenannte Machzahl, die in der Flugzeugtechnik Bedeutung erlangte. Erreicht ein Flugzeug die Schallgeschwindigkeit, so hat es Mach 1 erreicht. Mach 2 bedeutet somit doppelte Schallgeschwindigkeit.

Mach wird gern als heuristischer Wegbereiter der Allgemeinen Relativit�tstheorie missverstanden; und Einstein selbst bezeichnete sich in diesem Zusammenhang als "Sch�ler" Machs. Auch auf erkenntnistheoretischen Gebiet hatte Mach Wesentliches geleistet und gilt als Mitbegr�nder oder zumindest als einflussreichster Vertreter des Empiriokritizismus, welcher von Richard Avenarius (1843-1896) gegen 1890 entwickelt wurde. Erw�hnenswert vielleicht ist die Tatsache, dass einer der sch�rfsten Gegner Machs ein Russe war namens Wladimir Iljitsch Uljanow (1870-1924), der in seinem philosophischen Hauptwerk Materialismus und Empiriokritizismus unter anderem heftig gegen den "Machismus" polemisierte. Uljanow d�rfte unter dem Pseudonym Lenin wohl bekannter sein. (Aber dies nur am Rande.)

Wie auch immer man einzelne erkenntnistheoretische Anschauungen Machs bewerten mag, so scheint es wichtig zu sein, dass er sich kritisch mit dem gegebenen Erkenntnisstand auseinander setzte und zu Schlussfolgerungen kam, die auch heute bedeutsam sein k�nnten. Hier ein Zitat aus seiner "Mechanik" (E. Mach , Die Mechanik in ihrer Entwicklung, Leipzig 1933, Nachdruck: Darmstadt 1991, S. 251.):

Man wird zugleich erkennen, dass f�r das historische Verst�ndnis einer Wissenschaft nicht nur die Kenntnis der Gedanken wichtig ist, welche von den Nachfolgern angenommen worden sind, sondern dass mitunter auch fl�chtige Erw�gungen der Forscher, ja das scheinbar ganz verfehlte, sehr wichtig und belehrend sein kann. Die historische Untersuchung des Entwicklungsvorganges einer Wissenschaft ist sehr notwendig, wenn die aufgespeicherten S�tze nicht allm�hlich zu einem System von halbverstandenen Rezepten oder gar zu einem System von Vorurteilen werden sollen. Die historische Untersuchung f�rdert nicht nur das Verst�ndnis des Vorhandenen, sondern legt auch die M�glichkeit des Neuen nahe, indem sich das Vorhandene eben teilweise als konventionell und zuf�llig erweist.

Mittlerweile ist mehr als ein Jahrhundert vergangen, ein Jahrhundert, in dem die Entwicklung der Physik eine unvorhersehbare Entwicklung nahm. Einen Teil dieser Entwicklung (Anf�nge der Quantenphysik und der Relativit�tstheorie) mochte Mach sicherlich noch verfolgt haben, konnte sich aber krankheitsbedingt nicht mehr aktiv damit besch�ftigen. (Einstein selbst war entt�uscht, dass die Allgemeine Relativit�tstheorie bei Mach nicht auf die von ihm erhoffte uneingeschr�nkt positive Resonanz stie�. Dies liegt m. E. daran, dass der Machsche Denkansatz auf einer v�llig anderen Ebene angesiedelt ist, der mit den Einsteinschen Folgerungen nur oberfl�chlich verbunden ist.)

Es ist durchaus legitim, der Aussage "Die historische Untersuchung des Entwicklungsvorganges einer Wissenschaft ist sehr notwendig, wenn die aufgespeicherten S�tze nicht allm�hlich zu einem System von halbverstandenen Rezepten oder gar zu einem System von Vorurteilen werden sollen." gerade in der heutigen Zeit uneingeschr�nkte G�ltigkeit beizumessen.

 

Vorbemerk. Beziehungen Raum Ernst Mach

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