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dünn

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Bedeutung

eWDG
eWDG
von geringer Stärke
a)
in gegensätzlicher Bedeutung zu dick
Beispiele:
ein dünner Ast, Baumstamm, Stab, ein dünnes Brett
diese Frucht hat nur eine dünne Schale, Haut
ein dünnes Buch, Heft, Blatt, Blech
etw. in dünne Scheiben schneiden
durch die dünne Wand hört man jedes Geräusch
das Eis ist so dünn, dass es sofort bricht
jmd. hat dünne Arme, Beine, Waden
ein dünner Hals
ein dünner Mensch, Mann
umgangssprachlich, scherzhafter liebt die Dünnen (= dünne Frauen)
nach der Abmagerungskur war er wesentlich dünner
Farbe, Lack, eine Schutzschicht dünn (mit einem Pinsel) auftragen
umgangssprachlichsich dünn machen (= wenig Platz einnehmen)
entsprechend der Bedeutung von dünnmachen
bildlich, saloppdas Brett bohren, wo es am dünnsten ist (= sich eine Arbeit bequem, leicht machen)
um Arthur Lees dünne (= schmale) Lippen war ein kleines Lächeln [ Feuchtw.Füchse403]
b)
fast durchsichtig
in gegensätzlicher Bedeutung zu dicht (1 b α)
Beispiele:
ein dünner Vorhang, Schleier, ein dünnes Kleid
dünne Strümpfe
am Ärmel ist eine dünne (= abgenutzte) Stelle
dünnes (= schütteres) Haar
dünne (= leichte) Höhenluft
umgangssprachlich, bildlichjmdm. durch dick und dünn (= überallhin) folgen
umgangssprachlich, bildlichfür jmdn., mit jmdm. durch dick und dünn gehen DWDS, 15.07.2025
schwach
Beispiele:
dünner Rauch steigt auf
dünner Regen fiel den ganzen Tag über
der Wald, das Gras ist an dieser Stelle sehr dünn
die Nordhänge sind dünner bewachsen
das ganze Gebiet ist nur dünn besiedelt, bevölkert
umgangssprachlichgute Gaststätten sind hier dünn gesät (= sind wenig vorhanden)
der Besucherstrom wurde immer dünner
diesen Luxus konnte sich nur eine dünne (= zahlenmäßig kleine) Oberschicht leisten
jmd. spricht, ruft mit dünn Stimme
zu seinen Worten lächelte sie dünn
unsere Kompanien waren schon sehr dünn geworden (= hatten sich gelichtet) [ CarossaGion146]
Damit ging Kretzschmar, von dünnem, aber anhaltendem Beifall begleitet [ Th. MannFaustus6,77]
Als sie [die Mädchen] Stanislaus sahen, wurde ihr Gesang dünn und dünner, bis er in ein Kichern umschlug [ StrittmatterWundertäter125]
c)
wenig gehaltvoll, wässrig
Beispiele:
eine dünne Suppe, Brühe, Soße
dünner Tee
dünnes Blut
übertragen, umgangssprachlich, abwertenddie Aussage des Buches ist sehr dünn
übertragen, salopp, abwertendWar ja verdammt dünn, was ihr gestern [beim Fußballspiel] gezeigt habt [ LoestSportgesch.156]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
dünn · verdünnen
dünn Adj. ‘nicht dick, mager, schmal, schwach’, ahd. thunni ‘zart, schmal, schwach, dünn’ (8. Jh.), mhd. dünne ‘dünn, zart, seicht’, asächs. thunni ‘dünn, still, untief’, mnd. dünne, mnl. dunne, nl. dun, aengl. þynne ‘dünn, mager, flüssig, schwach, arm’, engl. thin, anord. þunnr, schwed. tunn (germ. *þunwi-, wohl aus *þenu-), außergerm. aind. tanúḥ ‘dünn, klein, schwächlich’, lat. tenuis ‘dünn, fein, zart’, griech. tanaós (ταναός) ‘gestreckt, ausgedehnt, weit, lang’, aslaw. tьnъkъ ‘fein, zart’, russ. tónkij (тонкий) ‘dünn, fein, schlank’. Alle Adjektivbildungen gehören zur Wurzel ie. *ten- ‘dehnen, ziehen, spannen’ (s. dehnen) und bedeuten eigentlich ‘lang gedehnt’. – verdünnen Vb. ‘dünn, flüssig machen’ (18. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Anatomie
dünn · dürr · hager · knochig · mager · schlaksig · schmal · schmächtig  ●  untergewichtig medizinisch · dystroph fachspr., griechisch · leptosom fachspr. · nichts auf den Rippen haben ugs. · nichts zuzusetzen haben ugs. · spillerig ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

dünn · fragil · mürbe · zart · zerbrechlich
Assoziationen

ausgedünnt · dünn · licht · schütter · spärlich

dünn · fade · lasch · wässrig  ●  kraftlos fig. · labberig (Kaffee, Brühe) ugs. · labbrig ugs. · lau geh. · schlabberig (Brei, Suppe) ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›dünn‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dünn‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›dünn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du schneidest einen Korken in etwa 4 mm dünne Scheiben. [Braun, Anne / Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen. Leipzig: Verlag für die Frau 1971, S. 101]
Möglichst gleichmäßige Stangen waschen, unterhalb des Kopfes dünn, nach unten zu stärker schälen. [[o. A.]: Wir kochen gut. Leipzig: Verlag für die Frau 1968 [1963], S. 62]
Lichter flammen auf in den Hängen, flirrend in der dünnen Luft. [Die Zeit, 05.01.2000]
Die Luft in Rom war etwas dünn für ihn geworden. [Die Zeit, 21.10.1999]
Nach zwanzig Minuten war der dünne Mann mit schütterem Haar eingeschlafen. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour. Frankfurt a. M.: Eichborn 2002, S. 109]
Zitationshilfe
„dünn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/d%C3%BCnn>.

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Worthäufigkeit

selten häufig

Geografische Verteilung

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Verteilung über Areale

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Verlaufskurve ab 1946

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