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David Gelernter

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David Gelernter

David Hillel Gelernter (* 5. März 1955) ist ein US-amerikanischer Informatiker und Kulturjournalist.

Er ist der Sohn des Informatikers Herbert Gelernter.[1] Seine Vorfahren lebten in Hamburg, sie waren dorthin teils aus Osteuropa immigriert[2]; ein anderer Zweig seiner Familie stammt aus den Südstaaten der USA.

Gelernter studierte an der Yale University zunächst Judaistik (Masterabschluss 1977), brach eine Promotion aber ab, um den Talmud in einer Yeshiva in New York zu studieren, und wurde 1982 in Informatik an der State University of New York at Stony Brook (SUNY) bei Arthur Jay Bernstein promoviert (An integrated microcomputer network for experiments in distributed programming)[3].

1993 wurde er durch eine Briefbombe des Unabombers schwer verletzt. Seine rechte Hand und sein rechtes Auge erlitten dauerhafte Schäden. Er schrieb darüber 1997 das Buch Drawing Life: Surviving the Unabomber. Seine dem Attentat folgende wieder verstärkte Hinwendung zur jüdischen Religion fand ihren Niederschlag in seinem Buch Judaism (2009). Gelernter war seit Jugendzeiten bildender Künstler (Maler)[2] und beschäftigt sich mit gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten des Computers.

Das Tupelraum-Konzept (engl.: Tuple Space), das er in seiner Programmiersprache Linda mit Nicholas Carriero 1983 implementierte, ist ein wichtiges Konzept im parallelen Rechnen und in Computer-Netzwerken.

Sein Buch Mirror Worlds von 1991 gilt vielfach als visionär in Hinblick auf die Entwicklungen des World Wide Web. Einige der Ideen wurden auch in Software-Konzepte (Lifestream) der Firma Mirror Worlds umgesetzt (Scopeware, 2001), die er mitgründete, deren Chef-Wissenschaftler er war und die bis 2004 im operativen Geschäft war. Lifestream nahm viele später weit verbreitete webbasierte Streaming-Media-Kommunikationskonzepte vorweg. Mirror Worlds verklagte Apple wegen Patentverletzung und bekam 2010 rund 625 Millionen US-Dollar von einem texanischen Gericht zugesprochen.[4] Ein Bundesrichter am Berufungsgericht hob aber 2011 die Entscheidung auf, wonach Apple gegen Patente von Mirror Worlds verstoßen hätte.[5] 2016 zahlte Apple 25 Millionen US-Dollar an den Patentverwerter.[6]

Sein Tuple-Space-Konzept und sein Buch Mirror Worlds soll auch inspirierend für die Entwicklung der Java-Programmiersprache gewesen sein (und Linda und das Tuple-Space-Konzept speziell für JavaSpaces)[7].

Gelernter schrieb auch regelmäßig Zeitungsartikel und Essays zum Beispiel für die Washington Post, LA Times (wo er 2005 Kolumnist war), New York Post (Kolumnist 1996/97), ArtNews, Commentary und ist Mitherausgeber des Weekly Standard. Seit Frühjahr 2010 ist er auch Kolumnist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 2003 ist er Mitglied im Beirat des National Endowment for the Arts und er war 2003 bis 2006 im Rat der National Endowment for the Arts (NEA). Er ist Senior Fellow für Jewish Studies am Shalem Center in Jerusalem.

Im Februar 2026 wurde Gelernter von seinen Lehrverpflichtungen an der Yale University entbunden, nachdem seine E-Mail-Korrespondenz mit dem wegen Sexualstraftaten an Kindern verurteilten Jeffrey Epstein öffentlich bekannt geworden war.[8]

Verbindung zu Jeffrey Epstein

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Gelernter tauschte sich zwischen 2009 und 2015 mit Jeffrey Epstein per E-Mail aus. Unter anderem beschrieb Gelernter in einer seiner Nachrichten eine Studentin an seiner Universität als „sehr kleine, gutaussehende Blondine“.[9]

Nachdem die E-Mails infolge des Epstein Files Transparency Act öffentlich bekannt geworden waren, gab es einen Protest von Studenten bei einer seiner Vorlesungen. Er zeigte keine Reue und verteidigte sich in einem Schreiben:

„If I hadn't said what I did in that letter ten-odd years ago, he would certainly have called me & asked for a lot more aesthetic detail. (This is how men behave.)“

„Hätte ich das in jenem Brief vor gut zehn Jahren nicht erwähnt, hätte er mich mit Sicherheit angerufen und nach weit mehr ästhetischen Einzelheiten gefragt. (So sind Männer eben.)“

– David Gelernter

Gelernter berichtete, dass er die Studentin gut kannte und sie ihm vertraute. Die beiden hatten sich erstmals bei einem informellen Mittagessen getroffen. Er betonte, dass sie ihn dazu eingeladen habe. Danach sei sie öfter in sein Büro gekommen, um Rat bezüglich Studienangelegenheiten einzuholen. Er habe mit ihr auch über Kunst und Literatur geredet und für sie mehrere Empfehlungen geschrieben. Laut Gelernter habe sie mindestens zwei Mal in dessen Haus übernachtet.[10]

Zu einer persönlichen Beziehung zwischen Gelernter und Epstein ist lediglich bekannt, dass sie sich im März 2011 zu einem Frühstück verabredet hatten.[11]

Die Universitätsleitung der Yale University erklärte im Februar 2026, dass das Verhalten Gelernters derzeit überprüft werde und er seinen Kurs bis auf weiteres nicht unterrichten werde.[8]

  • Mirror Worlds: or the Day Software Puts the Universe in a Shoebox … How it will happen and what it will mean. Oxford University Press, 1991.
  • The Muse in the Machine: computerizing the poetry of human thought. 1994.
  • 1939 – the lost world of the Fair. Free Press, New York 1995, Harper Collins, 1996 (Roman).
  • Machine Beauty: Elegance and the heart of technology. Perseus Publishing, 1998.
  • mit Nicholas Carriero How to write parallel programs – a first course. MIT Press, 1990.
  • mit David Padua, Alexandru Nicolau: Language and Compilers for Parallel Computing. MIT Press, 1990.
  • mit Suresh Jagannathan: Programming Linguistics. MIT Press, 1990.
  • The Aesthetics of computing. Orion Books, 1998.
  • Drawing life – surviving the Unabomber. Free Press, Simon and Schuster, 1997.
  • Americanism – the fourth great western religion. Doubleday, Random House, 2007.
  • Judaism: a way of being. Yale University Press, 2009.
  • America-Lite: How Imperial Academia Dismantled Our Culture (and Ushered in the Obamacrats). Encounter Books, 2012, ISBN 978-1-59403-606-4.
  • The Tides of Mind. Liveright Publishing / W.W. Norton & Company, 2016.
  • Gezeiten des Geistes. Ullstein, Berlin 2016, ISBN 978-3-550-08049-4.
Commons: David Gelernter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ The images dancing in David Gelernters head, The chronicle of higher education, 2009
  2. 1 2 Interview mit Gelernter im Deutschlandfunk am 27. Februar 2012
  3. ↑ Mathematics Genealogy Project
  4. ↑ Helmut Martin-Jung Der Anti-Steve-Jobs, Süddeutsche Zeitung Online, 8. Oktober 2010
  5. ↑ Apple wins: Judge reverses $625.5 million patent judgement previously awarded to Mirror Worlds, 4. April 2011
  6. ↑ Leo Becker: "Document Stream": Apple zahlt 25 Millionen Dollar an Patentverwerter. In: heise.de. 11. Juli 2016, abgerufen am 3. Februar 2024.
  7. ↑ Interview von Gelernter mit Janice Heiss 2003, Sun Developer Network
  8. 1 2 Leo Nyberg, Asher Boiskin, Jerry Gao: Gelernter stops teaching amid Yale review over his Epstein emails. In: Yale News. Yale Daily News Publishing Company Inc., 10. Februar 2026, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. August 2026 (englisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  9. ↑ Asher Boiskin, Jerry Gao: Yale professor wrote to Epstein about women, including undergraduate. In: Yale News. Yale Daily News Publishing Company Inc., 2. Februar 2026, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. August 2026 (englisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  10. ↑ Leo Nyberg: Gelernter tells dean he stands by praising student’s looks to Epstein. In: Yale News. Yale Daily News Publishing Company Inc., 5. Februar 2026, abgerufen am 3. August 2026 (englisch).
  11. ↑ Lesley Groff, David Gelernter: EFTA00436211. In: Epstein Library. United States Department of Justice, 2025, abgerufen am 3. August 2026 (englisch).